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Flugabwehrbunker in Walddorf
In vielen Diskussionsforen sowie in veröffentlichten Artikeln wurde wiederholt das Thema der Fliegerabwehrbunker in Walddorf angesprochen.
Es wurde darüber spekuliert, warum sich gerade inmitten von Kleingartenanlagen gleich zwei Bunkerkomplexe befinden.
Zur Erinnerung handelt es sich um folgende Standorte: 1. Zwischen den Straßen Miodowa und Sierpowa 2. Im Quadrat der Straßen Bratki, Listki, Bluszczowa und Zuchów Trotz verschiedener Analysen wurde die Angelegenheit nie vollständig geklärt. Nach meinen Recherchen und Überlegungen erscheint folgendes Szenario wahrscheinlich: a) Beide Bunkerkomplexe wurden im Sommer 1944 errichtet b) In beiden Fällen handelt es sich um Luftschutzbauten, die den Einwohnern von Walddorf während alliierter Luftangriffe Schutz bieten sollten.
Das Jahr 1944 war von einem großen Exodus der Bevölkerung aus Ostpreußen geprägt. Hunderttausende Flüchtlinge kamen über den Seeweg nach Danzig. Kolonnen mit Pferdegespannen und dem letzten Hab und Gut erreichten die Stadt auf dem Landweg. Viele von ihnen reisten nach einem kurzen Aufenthalt in Danzig weiter Richtung Westen. Der Großteil jedoch blieb in der Stadt, da sie entweder nicht mehr in der Lage waren weiterzureisen oder auf einen geeigneten Schiffstransport nach Deutschland warteten. Aus Erzählungen eines befreundeten, heute in Norddeutschland lebenden ehemaligen Bewohners von Walddorf geht hervor, dass sich die Einwohnerzahl dieses Stadtteils damals um ein Vielfaches erhöhte. Alle bewohnbaren Objekte (Häuser, Gartenlauben) waren belegt. Es wurde eine Anordnung erlassen, die die Meldung jeder freien Unterkunft verpflichtend machte. Flüchtlinge erschienen bei den Einwohnern von Walddorf mit offiziellen Einweisungsbescheiden zur Unterbringung. Zum Schutz dieser Menschen entstanden in kurzer Zeit die beiden Bunkerkomplexe.
Die drei Kleingartenkolonien in Walddorf heißen: Sonnenland, Morgenröte, Erdenglück.
Werfen wir einen kurzen Blick auf eine Vorkriegskarte von Walddorf dort sieht man deutlich, dass jede Kolonie einen öffentlich
zugänglichen Platz hatte, die sogenannte Spielwiese. Dort befand sich ein Gemeinschaftshaus, in dem man sich treffen und bei
einem Bier unterhalten konnte. Direkt daneben lag ein Kinderspielplatz.
An den mit den Nummern 1 und 2 markierten Orten wurden Fliegerabwehrbunker errichtet.
Durch logische Überlegung wäre auch unter der Nummer 3 ein ähnlicher Bau zu erwarten. Nach meinen Informationen wurde mit
dem Bau dort tatsächlich begonnen erste Baumaterialien wurden bereits gelagert. Dennoch blieb dieser Platz unbebaut und
der dritte Bunkerkomplex wurde in Walddorf nie realisiert.
Die Bunker sollten den Anwohnern dieser Region Schutz bei Luftangriffen bieten. Kurz vor der Einnahme Danzigs durch
die Rote Armee wurde die Umfluter zur Verteidigungslinie.
Die Bunker an der Straße Bratki wurden von der deutschen Wehrmacht besetzt. Ein Angriff der Roten Armee mit Panzern
zwang die dort stationierten Truppen, sich ins Niederstadt zurückzuziehen.
Die oben beschriebenen Kampfhandlungen führten zur Zerstörung der Bunker an der Straße Bratki.
Sowohl die Bunker als auch das umliegende Gelände dienten jahrzehntelang als wunderbarer Spielplatz für Kinder.
Doch es kam die Zeit, in der sich die Stadtverwaltung mit der Ordnung des Areals befasste. Die alten Bauwerke und deren Überreste wurden abgerissen.
Auf dem geebneten Boden entstand ein moderner Spielplatz zwischen den Straßen Sierpowa und Miodowa.
Das Gelände an der Straße Bratki wartet noch auf eine neue Nutzung.
In Walddorf, an der Straße Zawodzie, befindet sich noch ein weiterer Bunker, über den bereits viel geschrieben wurde.
Es gibt zahlreiche Hypothesen über seine ursprüngliche Funktion, doch bis heute fehlt eine überzeugende Antwort.
Die gezeigten Fotos stammen aus einem Amateurfilm von Gerhard Jeske. Miro
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